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Grüne Mode wird wichtiger in Berlin

09. November 2011 17:49 / by / Keine Kommentare

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Formaldehyd, Chlorbleiche, giftige Schwermetalle: Bis zu 8000 verschiedene Chemikalien und etwa 4000 Farbstoffe werden weltweit in der Textilproduktion verwendet. Diese vergiften Flüsse und gefährden nicht selten die Gesundheit der Menschen, die sie herstellen. Viele der in Deutschland verkauften Kleidungsstücke werden zudem in Billiglohnregionen wie Mittelamerika oder Südostasien gefertigt. Fakten wie diese bewegen immer mehr Konsumenten dazu, ihr Kaufverhalten zu überdenken. Mit der Ethical Fashion Show kommt nun eine Messe nach Berlin, die nicht nur umweltbewussten und ethischen, sondern auch hohen Designansprüchen gerecht werden will. Öko und trotzdem schick: Vom 18. bis zum 20. Januar 2012 präsentieren die teilnehmenden Designer und Modelabels nachhaltig produzierte Streetfashion und Casual Wear, die unter ökologischen und sozialverträglichen Gesichtspunkten hergestellt wurden. Im Rahmen der kommenden Winterausgabe der Berliner Fashion Week soll die Schau für ökologischen Lifestyle, die bereits seit 2004 jährlich in Paris stattfindet, zum ersten Mal als eigenständige Messe präsentiert werden. Fortan soll sie zweimal im Jahr zum Zentrum der internationalen grünen Modeszene werden und den Ausstellern und Fachbesuchern als Plattform dienen. Im vergangenen Jahr erwarb die Messe Frankfurt die Marke und die weltweiten Rechte der Ethical Fashion Show über ihre französische Tochtergesellschaft vom Verein Universal Love und trat im September vergangenen Jahres zum ersten Mal als Veranstalter der Messe in Paris in Erscheinung.

Als Veranstaltungsort wird das ewerk in Berlin-Mitte dienen, ein stillgelegtes Umspannwerk in der Nähe des Potsdamer Platzes. Die Show wird in Kooperation mit dem Green Showroom veranstaltet, der auf nachhaltige Luxusmode ausgerichtet ist und im Rahmen der Fashion Week im Hotel Adlon am Brandenburger Tor seine Türen öffnet.

Dass immer mehr Verbraucher beim Kauf von Kleidungsstücken deren Herkunft und Herstellungsweise hinterfragen, zeigt auch die Trendstudie 2011 der Otto Group. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass mehr und mehr Konsumenten sich für ethisch hergestellte Produkte entscheiden und ihre Kaufentscheidung davon abhängig machen, ob die Ware auch sozial und ökologisch einwandfrei produziert wurde. Während 2009 nur sieben Prozent der Verbraucher bereit waren, mehr Geld für ethischen Konsum auszugeben, stieg die Anzahl im Jahr 2011 auf 44 Prozent.

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