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Messen in den USA, die grossen und kleinen Unterschiede

07. April 2010 13:26 / by / 1 Kommentar

von: Kai Brunner

Wer erfolgreich Messen in Deutschland organisiert und veranstaltet hat, wird vielleicht früher oder später versuchen dies auch in anderen Ländern umzusetzen.
Der Erfolg ist dabei natürlich abhängig von der Vorbereitung und den örtlichen Kenntnissen, denn wie üblich, ist alles ein wenig anders fern ab der Heimat.

Je nach Branche ist einer der wichtigsten Märkte die USA, respektive Nord Amerika. Daher hier auch ein paar Eindrücke, welche ich im Laufe der Jahre gewonnen habe.

Ausgangssituation
In den USA gibt es für jede Branche zahlreiche Interessensorganisationen, oft regional konzentriert, viele aber auch überregional (Nord Amerika) tätig.
Meistens wird zumindest ein Kongress pro Jahr veranstaltet, welche gerne an unterschiedlichen Orten statt finden. Hiermit erhofft man sich das Interesse der Besuch zu steigern, zumal gerne ein Zusatzprogramm (Sportaktivitäten (meistens Golf), Sightseeing, etc) angeboten wird.
Sehr beliebte Orte für Messen sind zum einen Las Vegas (hohe Hoteldichte) und Honolulu (attraktiver Ort), aber auch Freizeitparks wie zb die Disney Kette.

Qualität
In den meisten Ländern Europas ist die Qualität der Messebauten sehr hoch und anspruchsvoll. Dies ist möglich durch oft längere Aufbauzeiten (in den USA sind das selbst für grosse Messen (nicht Automobil) oft nur 2-3 Tage) und hochqualifizierte Arbeitskräfte.
In den USA wird recht einfach und schnell gebaut und ein Messestand welcher in Deutschland als nicht akzeptabel gelten kann, ist dort eine hochwertige Arbeit.
Vorgefertigte Messestände sind dort mehr die Regel als die Ausnahme, selbst grosse Firmen bedienen sich dem Baukastenprinzip. Dies sind oft kostengünstiger, einfacher aufzubauen und in zahlreichen Variationen verfügbar.
Eigendesign ist natürlich auch möglich und immer häufiger anzutreffen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass ein nicht zu aufwendig und komplizierter Aufbau gewählt wird.

Gewerkschaft
Als Hauptgrund für die unterschiedliche Qualität sehe ich die zwingende Nutzung von Gewerkschaftsarbeitern (Union). Jede Firma/ Messebauer teilt der federführenden Organisation (meistens ist für diese ein lokaler Messebauer operative involviert) den Bedarf an Arbeitskräften mit, welche dann zum vereinbarten Termin eintreffen.
Dabei ist es leider nicht möglich die gleichen, oft bewährten, Personen zu beschäftigen wie im Jahr zuvor (Einflussnahme ist möglich, aber nicht garantiert).
Auch eine Trennung von einem Arbeiter während des Aufbaus ist möglich, dies ist jedoch keine Garantie, das die Ersatzperson mehr Erfahrung hat.
Aus diesem Grund und der wenigen Zeit, sind komplizierte Messebauten leider oft nicht möglich. Auch eine Planung der Kosten wird erschwert, da Überstunden sehr teuer berechnet werden.

Lokaler Messebauer
Die operative Leitung für eine Messe erhält oft eine der grossen Messebauer in den USA (ich habe fast überall Freemann, GES oder Sheppard angetroffen). Der vom Veranstalter beauftragte Messebauer übernimmt dabei auch die Anlieferung der Materialien vom Dock zu den jeweiligen Ständen. Eine Möglichkeit hierbei Kosten zu sparen ist es, den jeweiligen Anbieter auch für den Bau des eigenen Messestands zu nutzen. Sofern man jedoch einen Stand öfters, an verschiedenen Messen nutzen möchte, sollte man sich vorher erkundigen, welche Firma welches Messegelände bzw. Veranstaltung betreut.

Zusammenfassung:
Die Bedeutung von Messen nimmt in den USA stetig zu. Der Auftritt und die Qualität ist jedoch nicht vergleichbar mit Messen in Deutschland.
Wichtig ist eine nicht zu komplizierte Konstruktion des Messestand um Zeit zu sparen und sicher zu stellen, dass die Gewerkschaftsarbeiter diesen auf bauen können.
Von Vorteil ist es mit einem lokalen Messebauer zusammen zu arbeiten. Federführend kann natürlich dabei auch Ihr Messebauer aus Deutschland sein.

Dies ist natürlich nur ein sehr geringer und oberflächiger Artikel über Messen in den USA – für nähere Details stehe ich aber gerne zu Verfügung.

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1 Kommentar

  1. Messebau sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Unser erster Messestand im Ausland war gleich in San Francisco. Eine Herausforderung für das ganze Messeteam. Viele Grüße.

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