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Der Messestand als Gastraum

23. Februar 2010 16:57 / by / Keine Kommentare

Der Messeplatz Deutschland ist weiterhin weltweit unangefochten die Nummer 1 in der erfolgreichen Durchführung internationaler Messen. Von allen globalen Leitmessen der einzelnen Branchen finden etwa zwei Drittel in Deutschland statt. Jährlich werden rund 150 internationale Messen mit über 160.000 Ausstellern und fast 9 Millionen Besuchern durchgeführt.

Die Dienstleister rund um die Messewirtschaft in Deutschland haben durch die Jahrzehnte lange Erfahrung im Umgang mit großen internationalen, aber auch nationalen Messeveranstaltungen sehr viel Know-how in den eigenen Reihen angehäuft. Es ist also kein reiner Zufall, dass deutsche Messemacher genau wissen, was wichtig ist, um erfolgreich auf Messen zu sein. Die Logistik am Messestand und insbesondere die Gestaltung beeinflussen den Erfolg ganz besonders.
Je nachdem ob es sich um eine Fachmesse (B2B) oder um eine Veranstaltung für die breite Öffentlichkeit (B2C) handelt, wird der Messestand gestalterisch und logistisch anders ausfallen müssen. Einzelne Branchen ziehen es vor, sich nach außen abzuschotten, das Bemühen um die Abwehr von zu tiefen Blicken der mit Fotoapparaten ausgestatteten Wettbewerber treibt manchen Aussteller zu dieser Massnahme. Der Burgenbau ist in jedem Falle aus Sicht der Kundenfreundlichkeit kontraproduktiv, egal ob Fach- oder Verbrauchermesse. Heißen Sie die Besucher willkommen.
Es gilt, einen Ort zu schaffen, an dem sich Besucher gerne aufhalten. Die Menschen sehnen sich mehr denn je nach Gemeinschaft, Gefühlen und Geselligkeit – nicht erst seit den global wirkenden Horrormeldungen in diesem Jahrzehnt mit Pandemien, Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen. Wir Menschen mögen Orte, an denen man sich wohlfühlt. Home away from home: den Kunden als gern gesehenen Gast auf den Stand einladen, dass er sich wie zu Hause fühlt.
Ziel ist es, den zeitlich begrenzten Kundenkontakt während des Messebesuchs zum Erlebnis zu gestalten und damit zu intensivieren – der zwischenmenschliche Kontakt steht ganz klar im Fokus. Während einer Veranstaltung ist der Messestand ein Gastraum, in dem sich der Besucher wohl fühlen soll und nach Möglichkeit lange verweilt.
Die Verweildauer sollte aber auch Grenzen haben, da die Messe natürlich Vertriebsziele zu erfüllen hat, das faktisch mit der Qualität der Kontakte und natürlich auch Quantität zu tun hat. Damit sich der Besucher in möglichst kurzer Zeit seine Informationen einholen kann, muss er diese möglichst ohne Anstrengung aufnehmen können. Das heißt: Die nonverbale Kommunikation (Farben, Formen, Bilder, Schriften, Produktinszenierung, etc) und die verbale (Dialog von Mensch zu Mensch bzw. vom Standpersonal zum Besucher) sind auf schnellen Informationstransfer auszurichten.
Lust und Neugier, mit den Produkten des Ausstellers in Kontakt zu treten, werden bereits vom Gang aus geweckt, sofern der dahinter liegende Raum richtig gestaltet ist. Je schneller dieser erfassbar ist (einfache kognitive Orientierungsmöglichkeit für den Besucher von außen), desto leichter tritt er ein. Die Grundausleuchtung in den von außen einsehbaren Bereichen sollte ausreichend hell sein. Nah am Gang positioniertes Standpersonal und geschulte Hostessen müssen die Besucher in Empfang nehmen. Ein entscheidender Erfolgsparameter ist eine professionelle und zielgerichtete Gesprächsführung. Wenn der potentielle Kunde von Anfang an “an die Hand genommen wird”, kann die Intensivierung des Besuches genau gesteuert werden – und gleichzeitig das Gefühl vermittelt werden, dass er als gern gesehener Gast empfangen wird.

Wie eine offene Standgestaltung zum Messeerfolg beitragen kann, wird in einem speziellen Artikel in der xing-Gruppe „intelligente messebauten“ unter dem Forum „Architektur und Design“ von Daniela Schaefer beschrieben. Dort können Sie interessante Tipps und Ratschläge für ihr Tagesgeschäft erfahren.

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